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Freispruch oder Haft für Raubkopien

Verfasst von Cenobyte am Donnerstag, 5 März 2009Kein Kommentar
Freispruch oder Haft für Raubkopien

Pirate Bay

Stockholm (dpa) – Ein Jahr Haft und zehn Millionen Euro Schadenersatz für Raubkopien aus dem Internet oder glatter Freispruch.

Mit diesen gegensätzlichen Forderungen von Staatsanwaltschaft, Nebenklägern und Verteidigern ist am Dienstag der international beachtete Prozess gegen vier Verantwortliche für die schwedische Internet-Tauschbörse «The Pirate Bay» in Stockholm vorerst zu Ende gegangen. Das Urteil wird am 17. April gesprochen. In Schweden war das Interesse an dem Verfahren so gewaltig, dass der Rundfunksender SR alle zwölf Verhandlungstage komplett und live über das Internet ausstrahlte.

Mit Hilfe von «Pirate Bay» können Internet-Anwender kostenlos Filme, TV-Serien, Musik und Computerprogramme weltweit auf anderen Rechnern finden und von dort herunterladen. Die Anwälte der Angeklagten Fredrik Neij (30), Gottfrid Svartholm (24), Peter Sunde (30) und Carl Lundström (48) begründeten ihre Forderung auf Freispruch damit, dass «Pirate Bay» als Plattform zum Austausch von Computer-Inhalten nichts mit der Verletzung von Urheberrechten zu tun habe. Die Verantwortung dafür treffe ausschließlich die insgesamt 20 Millionen Anwender.

Erbittert stritten beide Seiten bis zuletzt über die Frage, ob sich die Verantwortlichen mit Hilfe von Reklame-Einnahmen an «Pirate Bay» bereichert haben. «Die vier haben persönlich durch Verletzung der Urheberrechte anderer Millionen eingestrichen», meinte Staatsanwalt Håkan Roswell. Die Verteidiger stellten ihre Mandanten dagegen als rein technisch interessierte und idealistische «Computer- Freaks» dar, die keine Ahnung von illegalen Raubkopien zum Schaden der Hollywood-Industrie gehabt hätten.

Lundströms Anwalt Per Samuelsson sagte in seinem Plädoyer: «Auto- oder Waffenhändler werden ja auch nicht dafür belangt, dass mit ihren Produkten eventuell kriminelle Handlungen begangen werden könnten.» Staatsanwalt Håkan Roswell hatte am Vortag umgekehrt argumentiert: »Wer jemandem bei einer Körperverletzung hilft, indem er nur den Mantel hält, der begeht auch Körperverletzung.»

Die Unterhaltungsindustrie sieht das Raubkopieren über sogenannte Torrent-Tracker wie «Pirate Bay» als eine der wichtigsten Ursachen für ihre Umsatz- und Gewinneinbußen in den letzten Jahren. Sie verlangt als Nebenkläger Schadenersatz über umgerechnet zehn Millionen Euro von den vier Schweden.

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